Neil Simon, geboren am 4. Juli 1927 in New York, ist wohl
der erfolgreichste Broadway-Autor aller Zeiten. Die Gesamtzahl seiner Aufführungen
am Broadway übertrifft die Summe der dort gespielten Stücke sämtlicher
etablierten amerikanischen Dramatiker.
Nach einem unvollendeten Ingenieurstudium begann der Sohn einer jüdischen
Geschäftsfamilie Texte für bekannte amerikanische Komiker zu schreiben.
Es folgten Fernsehsketches, dann 1961 der Durchbruch zum Erfolg. 1965 erhielt
er den Tony-Award (= Theater-Oscar) als bester Dramatiker des Jahres.
Das Erfolgsrezept der Simon-Komödie ist denkbar einfach: Alltagsprobleme
des eigentlich recht sympathischen weißen Mittelstandes, angereichert
mit Witz und Situationskomik. Soziale und politische Probleme werden ausgeklammert.
Ein einziges Mal wandte sich Simon von seinem Komödienschema ab (Gingerbread
Lady), erntete dafür aber vernichtende Kritiken. Daneben verfaßte
er Texte zu Musicals (1964: Little Me, 1966: Sweet Charity, 1968: Promises,
Promises).
Außerhalb Amerikas vergrößerten Verfilmungen der Broadway-Erfolge
u. a. Barefoot in the Park (Barfuß im Park) mit Robert Redford und
Jane Fonda oder The Odd Couple (Ein seltsames Paar) mit Jack Lemon und Walter
Matthau Simons Popularität. |