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Das Osterwochenende – wie man sonst noch Eier legen kann
Unglaublich, aber wahr. Nur zwei Tage nach dem hart erkämpften Remis gegen den Lokalrivalen Yspertal im heimischen Waldstadion vor gut 150 Sportbegeisterten stand die SKV-Elf heute, Montag, einem weitaus niedriger dotierten Gegner und Tabellennachbarn auswärts gegenüber. Die Spieler versicherten, die Fastenzeit noch in die Feiertage hinein verlängert zu haben, um nichts von der neu gewonnenen unfassbaren Spritzigkeit einbüßen zu müssen, und stellten sich dem hoch motivierten Gegner mit stolzer Brust.
Eben so offen gestaltete sich auch die Anfangsphase des Spiels. In den ersten zehn Minuten spielten sowohl die Weitener (Min 2 und 6) als auch die St.Oswalder passable Chancen heraus (Min 5, Peter Fichtinger aufs Tor, Min 7, Christian Hilber knapp daneben, Min 9, Nachschuss Johann Forsthofer ebenfalls daneben). Direkt im Anschluss bekamen die Fans beider Lager auch schon die erste echte Großchance zu Gesicht. Johnny Forsthofer, ideal in den Lauf bedient durch Markus Wurzer auf der linken Seite, brachte einen wuchtigen Schuss auf das Tor des weitener Keepers. Dieser ließ den Ball nur kurz abprallen, den ebenso harten Nachschuss köpfte ein Verteidiger in höchster Not von der Linie noch aus dem Tor.
In der Folge bemühten sich die Weitener stärker die Räume eng zu machen. Eine starke Nr.8 in der Sturm-Spitze der Heimmannschaft (genannt „der mit de Hoar“) bescherte unserer Verteidigung oft bange Momente, da ob der vielen Stunt-Einlagen nie klar war, ob sich der Spieler dadurch nicht bald selbst Schaden zufügen würde.
Trotz der gestiegenen Härte im Spiel konnte nichteinmal ein herzloser Angriff auf das unschuldigste aller Cappy-G’Spritzt des Spielberichterstatters (großzügig zur Verfügung gestellt von Rupert Katzengruber) die Moral der Oranjes und ihrer Fans brechen.
Die nächste gute Chance fanden jedoch die Gastgeber vor. Ein Alleingang des weitener Stürmers auf der linken Seite brachte ihn in gute Schussposition, SKV-Urgestein Christoph Schwarzl machte das kurze Eck aber geschickt zu und parierte den scharfen flachen Schuss per Fuß. Die darauffolgende lang ausgeführte Ecke verlängerte er mit den Fingerspitzen über die Köpfe der Spieler hinweg aus dem Gefahrenbereich.
Die restliche erste Hälfte plätscherte dann etwas dahin. Geringfügige spielerische und kämpferische Überlegenheit von Weiten bescherte ihnen noch eine größere Chance nach einem Freistoß (Gerhard Hinterndorfer klärte einen Kopfball auf der Linie), und auch der SKV drängte auf ein Auswärtstor, doch das Offensiv-Spiel beider Teams wurde bereits im Mittelfeld vom Gegner unterbunden.
Die zweite Halbzeit begann da in absolut neuem Gewand. Schon in der 49. Minute bekam der SKV einen Freistoß aus guter Distanz zugesprochen. Von links gefühlvoll ausgeführt drückte Kopfballmonster Leo Fischl den Ball gefährlich aufs Tor, die Verteidigung konnte nicht klären und Anton „Jiři“ Baumberger schnupfte den Ball mit voller Kraft und ca 2,5 km/h zwischen den Beinen der Verteidigung durch über die Tolinie zum 0:1
Der Jubel war groß, auch wenn das Flaschenbier auf den Zuschauerrängen durch das wunderbare Frühlingswetter mittlerweile warm geworden sein musste. Der SKV drängte jedoch gleich auf den wichtigen zweiten Treffer und wurde von den heimischen Mannen oft rüde zu Fall gebracht. So durfte sich die Nr.2 des SV Weiten bereits eine Minute nach dem Gegentreffer nach einem bösen Foul von hinten an Spielmacher Johnny Forsthofer mit einer zweiten gelben Karte in die Kabine verabschieden. Leider aber konnte der Schiedsrichter die Zügel von diesem Augenblick an trotz des notwendigen harten Einschreitens nichtmehr so recht in die Hand nehmen und musste sich bei der Entscheidungsfindung (meiner bescheidenen Meinung nach) wohl mehr und mehr auf die Zurufe der Zuschauermehrheit verlassen. Davon unbeeindruckt fanden Johnny Forsthofer und der wieder einmal sehr konstant spielende Andreas Poschenreithner in den Folgeminuten gute Schusspositionen vor und drückten den Ball einmal rechts, einmal links knapp am Tor vorbei.
Ein tiefer Pass in den St.Oswalder Strafraum in der 63. Minute überraschte Daniel Hinterleitner. Zu langsam gestartet musste er den Gegner attackieren um den Schusswinkel nicht offen zu lassen und erwischte ihn unglücklich am Bein. Der Schiedsrichter deutete auf den Elfmeterpunkt, Weiten stellte auf 1:1
Ein zerfahrenes, von vielen Pfiffen und Un-Pfiffen gekennzeichnetes Spiel war die Folge, im Zuge dessen sich auch der stark spielende Leo Baumberger mit Gelb-Rot verabschieden durfte. Er hatte die stark spielende „Nr.8 mit de Hoar“ zuvor vermehrt leicht gefoult, was auf die starke Deckungsleistung des routinierten Verteidigers schließen lässt. Die zweite gelbe Karte dafür (60. und 79. Minute) darf man dabei gut und gerne mit einem wissenden Schmunzeln betrachten.
Die 76. Minute aber brachte dem SKV einen Freistoß an der Strafraumgrenze, den der eingewechselte Leo Hilber wuchtig in die Mauer trat. Der abgefälschte Ball konnte vom weitener Goali nur mit viel Mühe aus der Ecke gefischt werden.
Unmittelbar darauf setzte sich das Gespann aus Nr.8 und Schiedsrichter wieder eindrucksvoll in Szene. Den Ball gut durch den St.Oswalder Strafraum gedribbelt schirmte der Stürmer selbigen geschickt vor Gerhard Hinterndorfer ab. Merhmalige Zurufe von Mitspielern und Zuschauern, kein Foul zu riskieren ließen Gerhard nur den Raum eng machen. Der Schiedsrichter jedoch – zu der Zeit näher an der weitener Tribüne situiert – entschied auf Foul als Nr.8 offenbar verzweifelt aufblickte und nicht wusste, wohin der Ball nun vom linken Cornerfähnchen aus gespielt werden sollte. Laut schallendes Gelächter war die Folge. Und ein Freistoß, der gut getreten und mit etwas Hilfe von Christoph Schwarzl das 2:1 für die Heimmannschaft brachte. Nun wurde das Lachen von wütenden Unkenrufen weithin übertönt.
Auch wenn zuvor nicht ersichtlich war, dass aus diesem Standard ein Tor fallen würde, so hat der Referee durch diesen Foulpfiff eindeutig sein Fingerspitzengefühl bewiesen und ob der herben Konsequenz den Unmut der mitgereisten Fans geerntet.
Die Schlussminuten konnten den SKV dann auch nicht mehr mit einem gerechten Ausgleichstreffer versöhnen. Johnny Forsthofer schoss in der 85. Minute noch einmal aus gut 25m wuchtig am Tor vorbei, in der Nachspielzeit durfte er sich dann noch einer gelben Karte erfreuen, die er für eine vermeintliche Schwalbe im 16er der Weitener kassierte.
Somit bleibt abschließend nur noch Erfreuliches zusammen zu fassen. Die 30 mitgereisten SKV-Fans durften an diesem strahlend schönen Montag-Nachmittag eine ambitionierte Oranje-Elf in immer noch strahlen schönem Dress beobachten, einen schnellen, agilen Markus Wurzer auf der linken Seite, der auch oft die Seiten gewechselt hat und einen wie so oft konstant und übersichtlich agierenden Andreas Poschenreithner im zentralen Mittelfeld. Das Rezept an sich wirkt viel versprechend, der Kader fit und motiviert. Bleibt uns Fans letztlich nur, unserem SKV nächste Woche in Maria Taferl entsprechende Unterstützung für die ersten Auswärtspunkte zu bieten.
von David Hauer |